pö a pö #7 – 1.2.20 – ab 1 bis spät – Kaffe Güzel

pö a pö #7 – 1 February 2020 – from 1pm ‚til late – Kaffe Güzel +++ english version below


pappa la papp


(c) Lennart Mehrwald

Räsüme #7

Liebe Jenossinen und Jenossen,

ein Rückblick vom Rückblick ist wohl überflüssig. Hier also nur ein kleiner photographischer Eindruck, wie die Texte und Bilder der vorangegangenen Male beim letzten Mal im Keller des Kaffe Güzels ‘zum trocknen’ hingen und – es gab Zeug*innen – auch gelesen und eh gesehen wurden.
Ansonsten schonmal der Hinweis: Weiter geht‘s am 21. März! Dann findet ein ganz außerordentliches pö a pö statt: Veranstaltet von Samira, Theresa und Anna wird es nicht nur eine weibliche Perspektive, sondern auch viele Autorinnen, Künstlerinnen und Musikerinnen (ohne Asterisk!) geben.

Alles liebe
Lennart


Einladung #7

Liebe Jenossinen und Jenossen,

das anstehende pö a pö ist kein pö a pö im eigentlichen Sinne. Unsere Freund*innen vom Kaffe Güzel rollen am Samstag, den 1. Februar, von 13 Uhr bis in die Nacht den Spieleteppich aus und veranstalten die Güzelschaftsspiele Vol. 1.
Mir werden am Tage zuvor die Zähne gezogen und so wird von unserer Seite vor Ort stellvertretend ein Wäscheständer mit Bildern und Texten der sensationellen letzten sechs Male stehen. Nein, wir sind nicht reif fürs Museum! Aber die mittel- und unmittelbaren Produkte der vergangenen Jahre schreien geradezu nach einer Re-Lektüre und Re-Visite, bzw. danach zur Trocknung und Reifung raus gehangen zu werden.

Schöne Grüße
Lennart


Manifest #7

Liebe Jenossinnen und Jenossen,
der Diskurs, das Dialogische sind große Themen der Moderne. Man verbindet damit vor allem Ansätze, die eine rationalistisch durchorganisierte Vernunft, die als universelles Prinzip angenommen an ihre Grenzen stößt, in eben diese verweist. Ein universelles Prinzip dünkt sich gerne objektiv, also unabhängig vom es erarbeitenden Standpunkts, so wie ewig oder gar notwendigerweise gültig. Theorien und Praktiken wie der Feminismus oder postkoloniale Studien hingegen nehmen die sie begründenden Perspektiven als für den Gegenstand konstituierend war, von denen nicht abstrahiert werden darf. Eine entsprechende Alteritätserfahrung ist hier fundamental wirkmächtig. Denn ein Dialog kann nur erkenntnisfördernd sein, wenn die Gesprächspartner*innen verschiedene Horizonte haben, die nicht aus der jeweilig anderen Perspektive einfach erschlossen werden könnten, sondern eben das Gespräch verlangen.

Kein Gedanke ist so alt oder absurd, daß er nicht unser Wissen verbessern könnte.1

Ein Gespräch findet immer nur in einem Hier und einem Jetzt statt, in dem man sich begegnet. Das ist die Idee von pö a pö. Was dabei leicht übersehen werden kann, ist, dass auch Texte, die in dieser Hinsicht diachron sind, ein*e Gesprächspartner*in sein können. Wir haben durch diese die Möglichkeit mit der Vergangenheit in Kontakt zu treten. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Tradition an sich weniger elaboriert war, als die Gegenwart, der einher geht mit der Vorstellung, dass vergangene Zeiten weniger komplex waren, als es die jetzigen sind. Diese Ansicht baut auf der Annahme eines Fortschrittsdenkens auf, das jedoch in vielen Domänen erst noch zu belegen wäre. Das einzige was die Vergangenheit weniger komplex macht, ist dass sie abgeschlossen ist, während unsere Gegenwart offen bleibt.

Das Rad neu erfinden.

In jedem Falle schauen wir aus dieser, unserer Gegenwart in jeden Text, sei er einer relativ jungen oder absolut alten Vergangenheit entsprungen. Das ist das Hier und Jetzt, in dem dieses Zeugnis dann erscheint. Lernen lässt sich daraus nicht nur für den Text etwas. Vielmehr lässt sich überhaupt erst über ein historisches Bewusstsein eine Entwicklung als solche benennen. Eine Re-Lektüre enthüllt nicht nur das Gelesene sondern auch die*den Leser*in. Die Vergangenheit wird hier also der Spiegel, in dem sich eine Gegenwart als solche bewusst werden kann.

Lasst uns also pö a pö rückwärts voranschreiten.

PS: pappa la papp!


1Paul Feyerabend: Wider den Methodenzwang. Frankfurt: Suhrkamp, 1983, S. 55.


pappa la papp


Recap #7

Dear comrats,

a recapitulation of the recapitulation is purposeless. So, there’s just a small photographic impression of how the texts and pictures of the previous times hung ‘to dry’ at the basement of the Kaffe Güzel. There are witnesses that the got read – and seen anyway.
Here’s already the remainder: We continue on 21st of March. Then we’ll celebrate an extraordinary pö a pö: Organized by Samira, Theresa and Anna there’ll not only be a female perspective but also many female authors, artists and musicians.

Best
Lennart


Invitation #7

Dear comrats,

this pö a pö won’t be a pö a pö in the actual sense. Our friends from the Kaffe Güzel put down the gaming board on Saturday, February 1, between 1pm and late at night to organize their Güzelschaftsspiele Vol. 1.
I get my wisdom teeth removed the day before so there’ll be a substitutional laundry rack on site with images and texts of the amazing last six times. No, were not ready for a museum! But the direct and indirect results of the last years are calling out for a re-reading and re-visit, or to be hung out to dry and ripe.

Best
Lennart


Manifest #7

Dear comrats,
Some of the big topics of our times are undoubtedly discourse and dialogue. We connect approaches who challenge a strict rationalistic conception of reason considered as an universal principle. This idea is limited by the borders sketched out through these notions of discourse and dialogue. An universal principle is considered to be objective, eternal and necessary. Thus its should be independent of the perspective which it discovered. On the contrary, such theories and practices as feminism and post-colonial studies take the perspectives that they stem from as constituting for their field and not be abstracted from. The experience of the other has here a fundamental impact. There only can be insight in a dialogue if the interlocutors have different horizons which couldn’t be reconstructed beforehand from the each others perspective. That’s why the conversation is necessary.

There is no idea, however ancient and absurd, that is not capable of improving our knowledge.1

A conversation only can take place in the here and now where you meet. That’s the idea of pö a pö. What can easily be overlooked is that texts are possible interlocutors though diachronous in this regard. We got this opportunity to get into contact with the past through them. It’s a common misconception that the tradition is necessarily less elaborate than the present which goes hand in hand with the conviction that older times were less complex compared to ours. This conception is based on the premise that there’s a progress which lacks of evidence in a lot of domains. The only thing that renders the past less complex is that it is closed, while our present remains open.

To reinvent the wheel.

However, in every case the lens through which we see any text of whichever age is our shared present. That’s the very moment in which this testimony appears. There isn’t only something to learn about the text in this moment. Furthermore it’s only through such a historical awareness that a development becomes comprehensible. A re-reading unveils not only what has been read but also the reader. The past becomes the mirror in which a present can become conscious of itself as such.

Let’s go pö a pö backwards forward.

PS: pappa la papp.


1Paul Feyerabend: Against method. Outline of an anarchistic theory of knowledge. London: New Left Books, 1975, p. 47.

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